Blumenwelten
Kommentare 1

Der Indian Summer: So entsteht das spektakuläre Naturschauspiel

Indian Summer: So entsteht das Naturschauspiel

Bunt gefärbte Blätter, soweit das Auge reicht: Im Herbst wird ein Spaziergang durch den Wald zu einem atemberaubenden Kaleidoskop an Farben. Aber wieso werden grüne Blätter denn plötzlich gelb? Oder rot? Oder orange? Und sind „Indian Summer“ und „Goldener Herbst“ dasselbe? Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt.

Der Unterschied zwischen Indian Summer und Goldener Herbst

Der Begriff „Goldener Herbst“ ist Ihnen geläufig? Immer öfter hören Sie aber auch „Indian Summer“? Handelt es sich einfach nur um die Übersetzung ein und desselben Begriffs? Nicht ganz. Tatsächlich bezeichnet man als „Indian Summer“ ein ganz bestimmtes Phänomen an der Ostküste Kanadas und im Nordosten der USA. Von September bis Oktober lassen sich hier beeindruckende Laubverfärbungen beobachten, da in diesen Gegenden über 800 Baumarten beheimatet sind – darunter alleine 70 Eichenarten und der Zuckerahorn mit besonders prächtigen Farbspielen. Zum Vergleich: In ganz Europa verzeichnen wir nur etwas mehr als 50 verschiedene Arten.

Der Begriff „Indian Summer“ ist vermutlich aus einer indianischen Legende entstanden, in der das Rot der Bäume für das Blut eines erlegten Bären steht. In Kanada und den USA selbst sprechen vor allem die Tourismus-Verbände selbst heute nur noch selten vom „Indian Summer“, sondern eher von „Fall Foliage“, also übersetzt „Herbstlaub“.

Bei uns beginnt der Goldene Herbst oder auch Altweibersommer meist erst im Oktober. Aber auch in Deutschland lassen sich wunderschöne Farbspiele betrachten, z. B. im Harz oder in der Eifel.

Wieso färben sich die Blätter bunt?

Ob nun Indian Summer oder Goldener Herbst: Der Grund für die Verfärbung der Blätter ist derselbe. Durch die kürzer werdenden, aber recht warmen Tage in Verbindung mit kalten Nächten wird ein chemischer Prozess in Gang gesetzt und das Gleichgewicht der Blattfarbstoffe wird verändert.

Während im Sommer das grüne Chlorophyll, das für die Photosynthese unabdingbar ist, vorherrscht, zieht es sich im Herbst langsam zurück und überlässt das Feld anderen Farbstoffen. Das für die Pflanzen so wichtige Chlorophyll wird in kleinere Bestandteile zerteilt, aus den Blättern herausgezogen und in den Zweigen, dem Stamm und auch den Wurzeln deponiert. Erst im Frühjahr gelangt es in die Blätter zurück, die sich dann wieder grün färben und mit der Photosynthese beginnen.

Sobald das Chlorophyll dem Blatt entzogen wurde, kommen die anderen Farbstoffe zum Vorschein. Sie sind die ganze Zeit im Blatt vorhanden, stehen aber hinter dem Chlorophyll zurück. Da sie für die Pflanze nicht ganz so wertvoll sind wie das Chlorophyll, werden sie nur teilweise abgebaut und eingelagert, bleiben aber auch im Blatt. Diese Xanthophylle und Karotinoide lassen das Blatt jetzt gelblich, orange oder rot erleuchten.

Neben dem Chlorophyll werden auch andere Nähstoffe wie z. B. Stickstoff abgebaut und in die Zweige, Wurzeln und Stamm eingelagert. Durch die insgesamt stark erhöhte Stoffwechselaktivität entsteht eine neue Stoffgruppe, die Anthocyane. Diese sorgen für die Farbtöne Rot, Violett und Blau und stecken auch in roten Früchten.

Da die einzelnen Baumsorten zu unterschiedlichen Zeiten mit diesem Veränderungsprozess beginnen und auch unterschiedliche Verteilungen der Farbstoffe vorliegen, entsteht das traumhaft bunte Bild vom Indian Summer. Die braune Farbe in den Blättern entsteht übrigens tatsächlich erst, wenn sie absterben.

Warum fallen die Blätter im Winter ab?

Selbstschutz. Was wir als extrem bedauernswert empfinden, ist für den Baum lebenswichtig. Bei kalten Temperaturen nehmen Bäume deutlich weniger Wasser auf als im Sommer, bei Frost fast gar keines mehr. Würde jetzt noch Wasser über die Oberfläche der Blätter verdunsten, würde der Baum austrocknen. Deswegen sorgt er dafür, dass die Wasserversorgung zum Blatt gekappt und eine kleine Sollbruchstelle gebildet wird. Nur durch diese kleine Bruchstelle kann der Herbstwind das Blatt dann abfallen lassen. Das erklärt übrigens auch, warum wir an einigen Bäumen wie z. B. Buchen und Eichen noch bis ins Frühjahr hinein Laub an den Zweigen beobachten können. Diese Baumarten bilden im Herbst keine Sollbruchstellen, sodass der Herbstwind nicht ausreicht, um die Blätter abzustreifen.

Herbst-Deko mit bunten Blättern

Unser Tipp: Nutzen Sie die traumhaft bunten Blätter auch, um Ihre Wohnung damit zu dekorieren! Auf einem Holzbrett arrangiert mit Kastanien, Zapfen und Windlichtern, ergibt sich ein traumhaftes Gesamtbild! Solche Deko-Sets gibt es natürlich auch schon fertig zu kaufen, wie z. B. das Deko Set „Indian Summer“. Wie Sie Blätter und Blüten am besten pressen, erfahren Sie hier.

Alternativ können Sie die Blätter auch zwischen Salz trocknen, wenn Sie sie nicht plätten möchten. Dafür einfach Salz in ein verschließbares Glas füllen, die Blätter hineingeben, das Glas mit Salz auffüllen und verschließen. Nach ca. einer Woche können Sie die Blätter vorsichtig herausnehmen und verwenden.

Unser Tipp: Auf valentins.de finden Sie immer die schönsten Blumen und Deko-Hits der Saison – aktuell natürlich auch wundervolle Präsente zum Thema Herbst und Indian Summer.

1 Kommentare

  1. Pingback: Stimmungsvolle Dekoration selbstgemacht: Windlicht aus Herbstlaub

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.