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Der Mistelzweig – ein kleiner Schmarotzer mit Kussgarantie!

Alle Infos zum Mistelzweig

Haben Sie sich auch schon gefragt, warum wir uns küssen müssen, wenn wir zufällig oder auch weniger zufällig einen anderen Menschen unter einem Mistelzweig begegnen? Der Tradition zufolge dürfen junge Frauen einen Kuss nicht ablehnen. Was Folgen haben könnte – denn die Tradition besagt auch, dass ein Pärchen ewig glücklich wird, wenn es sich unter einem Mistelzweig küsst. Wir haben Ihnen alle Infos zum Mistelbrauch zusammengestellt.

Woher kommt der Brauch?

Klären wir die wichtigste Frage zuerst – oder auch nicht. Denn so ganz klar ist nicht, woher der Brauch stammt. Es gibt jedoch einige Theorien:

  • Eine nordische Variante mit viel Herzschmerz
    Als häufigste Quelle für den Mistelbrauch wird eine Geschichte um den Lichtgott Baldur angeführt. Der Legende nach sorgte sich die Liebesgöttin Frigga um ihren Sohn Baldur, den Gott des Lichtes. Sie bat jedes Lebewesen, ihr zu versprechen, ihrem Sohn nichts zu tun. Dieses Versprechen gaben ihr jedes Tier und jede Pflanze – sie vergaß jedoch die Mistel, die hoch oben in den Bäumen lebte.
    Das kleine Versäumnis machte sich Loki, der Gott des Feuers zunutze und ließ Baldur mit einem Pfeil aus einem Mistelzweig töten. Frigga weinte drei Tage lang, konnte ihren Sohn aber am dritten Tag von den Toten zurückholen. Darüber freute sie sich so sehr, dass sie jeden, der unter dem Baum mit den Misteln an ihr vorbeiging, küsste. Und die Mistel versprach ihr, nie wieder Schaden anzurichten, sondern von nun an als Zeichen der Liebe zu gelten.
  • Die römische Variante mit viel Alkohol
    Die Römer wussten, wie man feiert: Zwischen dem 17. und 23. Dezember ehrten sie den Gott Saturn mit einem ausschweifenden Fest, den Saturnalien. Zu diesem Fest wurden ausnahmsweise auch alle Standesunterschiede aufgehoben – Sklaven durften mit ihren Herren feiern. Der Wein floss in Strömen, die Moral lockerte sich deutlich und es kam nicht selten zu freigiebigem Körperkontakt. Als Zeichen der Freundschaft wurden Mistelzweige verschenkt.
  • Die skandinavische Variante mit Friedenspfeife
    In Skandinavien wird hingegen neben der nordischen Göttersage noch eine andere Geschichte überliefert. Zwei Gruppen von Kriegern stießen demnach unter einem Mistelzweig aufeinander. Sie schlossen überraschenderweise Waffenstillstand, weswegen der Mistelzweig zum Symbol der Liebe wurde.

Woher bekomme ich einen Mistelzweig?

Die beste Neuigkeit zuerst: Entgegen landläufiger Meinungen steht die Mistel nicht unter Naturschutz. Sie darf zu privaten Zwecken von den Bäumen gepflückt werden, solange der Baum dabei nicht beschädigt wird. Nur für gewerbliches Sammeln bedarf es einer behördlichen Genehmigung.

Der Mistelzweig in freier Natur

Der Mistelzweig in freier Natur. Bild: Shutterstock, ID 406815367

Sie finden die Mistel dementsprechend in den Ästen verschiedener Bäume. In Deutschland lässt sie sich bevorzugt auf Apfelbäumen, Pappeln, Weiden, Birken und Ahorn nieder. Leider ist unsere liebe Mistel zu den Bäumen gar nicht so lieb. Als sogenannter Halbschmarotzer wächst sie auf den Ästen und bedient sich an der Flüssigkeit und den Mineralien des Baumes. Nur die Photosynthese betreibt die Mistel selbst, weswegen wir nur von einem halben Schmarotzer sprechen.

Wie schneide ich meinen Mistelzweig?

In der Antike wurde die Mistel verehrt und durfte ausschließlich mit einer goldenen Sichel geerntet werden. Heute haben Sie es natürlich deutlich einfacher. Handelt es sich bei dem Wirtsbaum um Ihren eigenen Baum, erweisen Sie diesem sogar einen großen Gefallen, wenn Sie die Mistel entfernen. Und nicht nur die Mistel: Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) empfiehlt, den betroffenen Ast sogar um 30 bis 50 Zentimeter unterhalb der Mistel zu kürzen. So lässt sich die Ausbreitung der Mistel stoppen.

Haben Sie keinen eigenen Wirtsbaum, müssen Sie sich natürlich mit dem Eigentümer des Baumes einigen, bevor Sie die Mistel entfernen. Erhalten Sie die Erlaubnis, schneiden Sie den Mistelzweig einfach mit einem Messer oder einer Gartenschere ab. Seien Sie aber etwas vorsichtig, vor allem, wenn der Mistelzweig schon Beeren trägt. Diese sind nämlich leicht giftig. Aus diesem Grund sollten Sie Ihren Mistelzweig auch an für Kinder und Haustiere schwer erreichbare Stellen hängen – den Türrahmen zum Beispiel.

So pflegen Sie Ihren Mistelzweig

Noch eine gute Nachricht: Die Pflege eines Mistelzweigs ist denkbar einfach. Besonders lange hält Ihr Mistelzweig, wenn Sie ihn im Freien aufhängen, an einem kühlen Platz. Für Wasser müssen Sie nicht sorgen – im Wasser würden die Stiele nur faulen. Ansonsten gibt es eigentlich nichts zu beachten.

Haben Sie keinen Zugang zu einem Mistelzweig, können Sie jetzt übrigens auch ganz einfach bei Valentins bestellen. Ob als Geschenk oder für den eigenen Türrahmen: Der Mistelzweig beschert uns nicht nur viele Küssen, sondern soll auch böse Geister abwehren und denjenigen, der unter ihm hindurchgeht, mit Glück überschütten.

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