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Die Tulpe – unser liebster Frühlingsbote im Portrait

Die Tulpe – unser liebster Frühlingsbote im Portrait

Ein Frühjahr ohne die Tulpe? Undenkbar! Kein anderes Symbol schafft es, uns so charmant in Frühlingsstimmung zu versetzen wie ein Strauß Tulpen. Wir haben Ihnen die wichtigsten Hintergrundinfos, vor allem aber auch Pflegetipps für lange Freude an Ihrer Tulpe zusammengestellt.

Familie: Liliengewächse
Wissenschaftlicher Name: Tulipa
Blütezeit: je nach Sorte von März bis Mai
Verbreitung: Mittel- und Zentralasien, Mittel- und Südeuropa, Nordafrika
Artenvielfalt: ca. 150 Arten, ca. 5.000 Sorten

Der richtige Anschnitt für Ihre Tulpe

Wie bei allen Schnittblumen sollten Sie Ihre Tulpen anschneiden, bevor Sie sie in die Vase stellen. Tulpen haben einen verhältnismäßig weichen Stiel. Deswegen ist es besonders wichtig, ein scharfes Messer zu verwenden. Stumpfe Messer oder auch Scheren könnten die zarten Leitungsbahnen der Tulpen zerquetschen.

Schneiden Sie mit dem Messer ca. 2 cm des Stiels ab. Den Schnitt können Sie bei Tulpen dabei gerade ansetzen und nicht schräg wie bei holzigen Stielen. Der schräge Anschnitt dient dazu, die Fläche zur Wasseraufnahme zu vergrößern. Das ist bei Tulpen nicht nötig, da sie generell sehr viel Wasser aufnehmen können. Wiederholen Sie den Anschnitt, wenn sich die Schnittstelle nach ca. 2 – 3 Tagen bräunlich verfärbt.

Die richtige Menge an Wasser

Eine spannende Eigenschaft der Tulpen: Sie wachsen auch nach dem Schnitt noch weiter. Ein Schauspiel, das sich vor allem im Vergleich mit anderen Blumen sehr gut beobachten lässt. Für dieses Wachstum benötigen Tulpen viel Wasser. Und je mehr frisches Wasser sie bekommen, desto schneller wachsen sie. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, bei einem reinen Tulpenstrauß die Vase nur wenige Daumen breit zu befüllen. Denn sonst nehmen die Tulpen auch über den Stiel so viel Wasser auf, dass sie zu schnell wachsen, stärker blühen und somit auch schneller verblühen. Während andere Blumensorten sich über lauwarmes Wasser freuen, mag die Tulpe das Wasser eher kalt.

Das Wasser austauschen?

Wählen Sie für Tulpen am besten eine durchsichtige und saubere Glasvase. So können Sie den Wasserstand im Auge behalten und das Wasser regelmäßig nachfüllen. Komplett austauschen, wie wir es bei anderen Blumen empfehlen, sollten Sie das Tulpenwasser nicht. Denn auch frisches Wasser lässt sie schneller wachsen und verblühen. Aber da sich ja nur wenig Flüssigkeit in der Vase befindet, können Sie diese einfach immer mit frischem Wasser auffüllen. So reguliert sich der Nährstoffgehalt des Wassers von ganz alleine.

Geben Sie dem Wasser zudem etwas Frischhaltemittel hinzu. Im Handel erhalten Sie speziell auf die Bedürfnisse von Zwiebelblumen zugeschnittene Präparate. Die gängigen Frischhaltemittel helfen aber auch. Die Wirkung von Hausmitteln wie Zucker oder einer Kupfermünze ist hingegen nicht bewiesen. Bitte achten Sie zudem darauf, genügend Abstand zwischen der Vase und Ihrer Obstschale einzuplanen. Denn das Reifegas des Obstes lässt Ihre Tulpen schnell welken.

Die richtige Temperatur für die Tulpe

Generell können Sie auch über den Standort der Vase das Wachstum der Tulpen regulieren. Platzieren Sie die Vase an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Standort. Bitte nicht direkt über der Heizung, aber auch nicht in kalter Zugluft. Sie können die Haltbarkeit der Tulpe zudem verlängern, indem Sie sie nachts an einen kälteren Ort stellen. Hier sind Temperaturen zwischen 12 und 15 ° Celsius ideal.

Geheim-Tipp für standhafte Tulpen

Durch die weichen Stiele und die schweren Blütenköpfchen fächern sich Tulpen in der Vase oft auf und hängen über den Vasenrand. Das kann sehr schön aussehen. Wenn Sie aber stehende Tulpen bevorzugen, können Sie schon bei der Wahl der Vase die richtigen Weichen stellen. Entscheiden Sie sich für eine hohe und eher schlanke Vase. Etwa zwei Drittel der Tulpenhöhe ist ideal. So kann die Tulpe den Kopf gar nicht hängen lassen.

Ein weiterer Trick: Wenn Sie die Tulpen über Nacht kalt stellen, können Sie sie eng in Zeitungspapier einschlagen. Entfernen Sie das Papier am Morgen, haben sich die Tulpen oft wieder aufgerichtet.

Ob hängend oder stehend: Tulpen machen immer eine gute Figur!

Ob hängend oder stehend: Tulpen machen immer eine gute Figur! Bild: shutterstock_604527989

Die Wahl des richtigen Tulpenbündels

Natürlich können Sie schon beim Kauf die perfekten Voraussetzungen für lange Freude an Ihrer Tulpe schaffen. Schauen Sie sich die Köpfchen an: Sind die Blüten noch geschlossen und fühlen sich fest und kräftig an? Achten Sie aber darauf, dass Sie schon die Blütenfarbe erkennen können. Denn sonst sind die Blumen zu unreif.

Achten Sie auch auf die Stiele. Sie müssen ein kräftiges Grün aufweisen. Und etwas quietschen, wenn Sie sie leicht aneinander reiben. Faulen dürfen die Stiele natürlich noch nicht.

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Woher hat die Tulpe ihren Namen?

Über die Herkunft des Namens gibt es verschiedene Theorien. Fest steht, dass sich der Name vom türkischen Wort für Turban ableitet.

Einer Theorie zufolge verdankt die Tulpe ihren Namen einem Übersetzungsfehler. Ein Gesandter Kaiser Ferdinands I. verwechselte den türkischen Namen der Tulpe, „Lale“ mit dem Wort „Tülbent“, also „Turban“. Eigentlich sollte mit diesem Wort nur die Form der Tulpe beschrieben werden, die ja durchaus an einen Turban erinnert. Aber in Mitteleuropa blieb der Name bestehen.

Laut anderer Übermittlungen wurde die Tulpe nach dem Turban benannt, weil sie häufig die Turbane reicher Sultane schmückte. Generell galten Tulpen in der Türkei des 16. Jahrhunderts als Status-Symbole. Jeder Sultan, der etwas auf sich hielt, nannte auch einen Palastgarten mit Tulpen sein Eigen.

Wie die Tulpe nach Holland kam

Überlieferungen zufolge war es auch ein Sultan, der die Tulpe nach Holland brachte. Denn der Sultan Suleiman verschenkte eine der wertvollen Tulpen an einen Edelman aus Flandern. Der wiederum gab die Tulpe in Österreich an seinen Freund Carolus Clusius weiter. Der Arzt und Botaniker nahm die Tulpenzwiebeln mit, als er eine Professur in Leiden in den Niederlanden annahm. Er war zu dieser Zeit eher am medizinischen Nutzen der Tulpen interessiert als an optischen Zwecken. Allerdings wurden seine Tulpen bald aus dem Kräutergarten der Universität gestohlen. Ein Diebstahl mit Folgen.

Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf

Die Diebe wussten, wie wertvoll Tulpen in anderen Teilen der Welt bereits waren. Sie züchteten sie weiter im Verborgenen und verkauften sie unter der Hand. Schon bald wurden die Blumen zum Spekulationsobjekt mit immensem Wert. In den Hochtagen konnte man mit einer Tulpenzwiebel ein Haus in der besten Lage Amsterdams bezahlen! Im Jahr 1637 platzte die Blase und die Preise der Tulpen stabilisierten sich. Noch heute stammen aber ca. 80 Prozent aller Tulpenpflanzen aus Holland.

Die Tulpe eigenet sich übrigens auch perfekt als Geschenk oder Mitbringsel. Sie können sich für einen Strauß bunter Tulpen entscheiden – oder auch einen einfarbigen. Bei der Beschränkung auf eine Farbe sollten Sie sich jedoch je nach Empfänger der Bedeutung der einzelnen Tulpenfarben bewusst sein.

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